f-Moll Messe

f-Moll Messe (WAB 28)

(2009)

Messe von Anton Bruckner
02
MÄRZ
Mo. 19:30
supervisor_account Chor B, Chor C, Cantemus Neo
map Audimax, Universität Regensburg

Kurzbeschreibung

So manchem Besucher des 4.Sinfoniekonzerts des Theater Regensburg (2.3.2009 im Audimax) dürften Gedanken wie „Die f-moll-Messe mit 5 Chören? Ist das nicht zu viel? Tun es nicht auch weniger Sänger?“ durch den Kopf gegangen sein. Ein gewagtes Experiment, aber – wer wagt, gewinnt!

Wer am 2.2.07 in den Genuss des Brahms-Requiem kam, wird keinerlei Zweifel an der Einzigartigkeit des Bruckner-Projekts gehabt haben. Schon während der „Brahmszeit“ kam der Wunsch auf, so einen musikalischen Höhepunkt nicht eine einmalige Sache sein zu lassen. Umso größer war natürlich die (Vor-)Freude, als die neue Kooperation zwischen Cantemus und GMD Raoul Grüneis bzw. Theater Regensburg feststand. Und die 5 Chöre? Die insgesamt 250 ??? Sängerinnen und Sänger gehörten neben den „Cantemuslern“ zum Opernchor des Theater Regensburg (Einstudierung Christoph Heil), dem Chor der Basilika St. Emmeram (Einstudierung Matthias Schlier), dem Chor St. Anton (Einstudierung Christoph Böhm) und dem Chor der Hochschule für Kirchenmusik (Einstudierung Prof. Kunibert Schäfer). Eine stimmliche Vielfalt, die dem Dirigenten viel Raum für Gestaltung liess. Sobald die Chorleiter mit ihren Chören die Noten einstudiert hatten, ging es an den zweiten Teil der Feinarbeit – Interpretation und „aus 5 mach 1“.
Glücklich, wer in den Proben mit Grüneis den obligatorischen Bleistift nicht zuhause vergessen hatte. Wer kann sich schon so viele detaillierte Tempo-, Dynamik- oder Aussprachewünsche auswendig merken? Das gewünschte „schnutige u“, „rollende rrrrr“, ein laudamus te wie ein „Sprung ins Trampolin“, ein „beschwörendes“ homo factus est oder ein et incarnatus est „wie von Engeln auf Erden“ war den Sängerinnen und Sängern bald entlockt, genauso wie ein harmonischer Gesamtklang . Die überaus präzise Arbeit und spürbare Liebe zur Musik machte jede Probenminute zum Ge-nuss – wer hier das erstemal das Vergnügen hatte, mit Grüneis zu arbeiten, war schnell von seiner Begeisterung angesteckt. Und umgekehrt: was gibt es schöneres für einen Dirigenten, als mit so vielen Menschen zu arbeiten, die diese Begeisterung teilen?
Und daran konnten dann auch die Konzertbesucher teilhaben! Nach dem orchestralen „Mathis der Maler“ von Paul Hindemith kam Bruckners „Große Messe“ zur Aufführung. Die solistischen Teile wurden von Gesche Geier (Sopran), Anna Peshes (Alt), Markus Ahme (Tenor) und Sung-Heon Ha (Bass) gefühlvoll gestaltet. Aber nicht nur optisch im Mittelpunkt: 250 Chorsänger, denen der Spaß am Singen auch von der letzen Audimaxreihe aus deutlich anzusehen und vor allem anzuhören war. Man kann mit gutem Gewissen sagen, dass durch die vielen mit-Leib-und-Seele-Sänger die Begriffe „Nachdruck“ bzw. „Ausdruckskraft“ an diesem Abend einprägsam neu definiert worden sind.

  1. Musikalische Leitung

    GMD Raoul Grüneis

  2. Orchester

    Philharmonisches Orchester Regensburg

Besetzung

  1. Sopran

    Gesche Geier

  2. Alt

    Anna Peshes

  3. Tenor

    Markus Ahme

  4. Bass

    Sung-Heon Ha